Als eine Bekannte ein Video auf Facebook postete, konnte ich nicht ahnen, welchen großen Einfluss es auf mein weiteres Leben haben würde:  Darin zu sehen – und vor allem zu hören – war die die irische Soul- und Bluessängerin Kaz Hawkins, die ihren Song „Lipstick & Cocaine“ performte. Ihre Stimme und ihr emotionaler Ausdruck verursachten mir eine Gänsehaut und sofort googelte ich, was über sie zu finden war.

Ich erfuhr, dass dieser Song ihre persönliche Lebensgeschichte wiedergab: Als sich Kaz nach jahrelangem seelischem und körperlichem Missbrauch von ihrem Partner trennen wollte, wollte dieser ihr die Kehle durchschneiden. Schwer verletzt dachte sie ans Aufgeben, doch sie glaubte die Stimme ihrer bereits verstorbenen Mutter zu hören:

„A voice from beyond says come with me darling it’s time to leave this place, it´s time to leave this place. She says come dance with me darlin‘, it’ll be okay, it’s gonna be okay.
She said you you can do this, just one more fight, just one more fight.“

(Eine Stimme von außerhalb sagt, komm mit mir, Liebling, es ist an der Zeit, diesen Ort zu verlassen, es ist an der Zeit, ihn zu verlassen.
Sie sagt, komm und tanz mit mir, Liebling, es wird alles gut, es wird alles gut.
Sie sagte, du kannst das, noch einen Kampf, nur noch einen Kampf.)

Kaz rappelte sich auf und rief die Polizei, die sie dort rausholte. Sie kam in eine psychiatrische Anstalt, weil ihr Ex-Partner angegeben hatte, sie hätte sich selbst umbringen wollen. Er nutzte das Wissen um Kaz, die als junge Frau tatsächlich einen Suizidversuch hatte, nachdem sie als Kind jahrelang sexuell missbraucht worden war. Aber der behandelnde Arzt glaubte Kaz, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens war. Der Mann wurde verhaftet und Kaz hatte enormes Glück: Ihre Stimmbänder waren nicht beschädigt, sie wurde gesund und seitdem widmet sie ihr Leben ganz der Musik. So, wie diese ihr Leben gerettet hat, möchte sie anderen mit ihrer Geschichte und ihren Songs Mut machen. Sie unterstützt diverse Hilfsorganisationen, die sich für von Suizid bedrohten Menschen einsetzen.

Kaz von ihrem Schicksal singen zu hören, lässt niemanden unberührt. Ihre Songs schreibt sie selbst und es ist erkennbar, wie tief ihr Schmerz gewesen sein muss. Oft kullern ihr Tränen die Wangen herunter und vielen im Publikum geht es ähnlich. Mir auch. Man kann sich ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit nicht entziehen. Ich habe das selbst – live – erleben dürfen.

Denn mein Mann machte mir eine ganz besondere Freude und schenkte mir Konzertkarten für zwei Konzerte mit Kaz in England. Der Veranstalter hatte ihr mitgeteilt, dass Fans nur wegen ihr aus Deutschland anreisten und sie begrüßte uns herzlich zum Beginn ihrer ersten Show. In der Pause kam sie zu uns, umarmte uns herzlich und unterhielt sich mit uns. Ich durfte sogar mit ihr singen – ein absolutes Highlight für mich!

Zur zweiten Show kamen wir etwas zu spät, wir hatten uns verfahren, und sie fragte ins Dunkel des Zuschauerraumes, ob wir das seien, die da kamen. Wieder eine herzliche Begrüßung und nach der Show ein langes Gespräch mit ihr und ihrem Mann. Wir waren uns unglaublich sympathisch und wir hatten das Gefühl, uns schon ewig zu kennen. Ob sie nicht mal nach Berlin kommen wolle? Wir würden uns riesig freuen!

Sie wollte! Noch auf der Fähre, auf der Rückreise nach Hause, gingen die ersten Nachrichten hin- und her und bald wurde der Zeitpunkt ihres Besuchs immer konkreter. Zwischen einigen Shows, in der Sommerpause, wolle sie nach Berlin kommen. Als ich sie fragte, ob sie Lust hätte, als Ehrengast bei einem Konzert meines Freundes Mathis aufzutreten, war sie sofort begeistert. Und nun ist sie bald hier.

Manchmal muss ich mich kneifen, wenn ich mir vergegenwärtige, was alles passiert ist. Obwohl ich wusste, dass Kaz eine sehr bekannte Sängerin ist, die durch die ganze Welt tourt, hatte ich das nicht auf dem Schirm, als ich ihr begegnete. Ich ließ mich einnehmen von ihrer Stimme, ihrer Kraft und ihrer Herzlichkeit. Ihr Mut, sich verletzlich zu zeigen, öffnet den Raum, die eigenen Wunden wahrzunehmen. Und gleichzeitig vermittelt sie Zuversicht, dass man sie heilen kann – ebenso wie sie es geschafft hat.

Unsere Gespräche waren warmherzig und tiefgründig und ich habe wieder einmal verstanden, wie wichtig es ist, sich innerlich keine pseudo-gesellschaftlichen Grenzen aufzuerlegen (Wie in diesem Fall: Kaz, der Star, ich der Fan), sondern sich auf Seelenebene zu begegnen. Ich hatte das Gefühl, eine Freundin (wieder)gefunden zu haben. Bald lernt sie meine Kinder und andere Freunde kennen. Und nicht nur das: Nun wird sie auch noch einen meiner besten Freunde treffen und mit ihm Musik machen. Ist das nicht absolut wunderbar?!

Am 10.08.2019, um 19.00 Uhr, treten die beiden in der Hafenbar Tegel auf. Ab 18.00 Uhr ist Einlass. Magst du nicht auch kommen? Karten kannst du hier reservieren: www.hafenbar-tegel.de. Du wirst dich wohlfühlen: Es wird ein Abend unter Freunden sein.

Move Your Life … to Love and Joy!

 

 

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