Ihr habt das bestimmt auch schon erlebt: manchmal spricht man innerhalb kurzer Zeit mit unterschiedlichen Menschen über die gleichen Themen. Als wäre gerade die Zeit reif dafür.

In den letzten Wochen hatte ich mehrmals ein Gespräch über das Sterben. Möglicherweise liegt es darin, dass meine Freunde und ich älter werden und die verbleibende Zeitspanne kürzer wird. Eine Freundin sagte, früher hätte sie den Tod einfach wegschieben können auf später, aber dieses „Später“ komme nun immer näher. Sie könne nicht mehr wegdiskutieren, dass der verbleibende Zeitraum immer kürzer würde.

Sie schaute mich an: „Es ist sicher: Ich werde sterben!“ – Ja, das ist so. Und man weiß nie, wieviel Zeit man hat.

Ich frage mich manchmal, warum wir den Tod so als Bedrohung wahrnehmen. Vielleicht ist er gar nicht schlimm und ist eigentlich der Normalzustand. Möglicherweise ist er eine echte Erholung nach einem anstrengenden Leben und wir genießen die Ruhe und Aktionslosigkeit.

Dass nach dem Tod nichts mehr kommt, kann ich mir nicht vorstellen. Und ihr? Alles in der Natur zeigt uns, dass sich die Daseinszustände verändern, aber nichts verloren geht. Ich bin davon überzeugt, so ist es mit uns auch. Insofern empfinde ich manchmal fast so etwas wie Neugier, auf das, was kommt, wenn ich natürlich auch manchmal Angst habe, dass das Leben einfach plötzlich vorbei sein könnte.

Dann frage ich mich, was mir eigentlich Angst macht und fast immer ist die Antwort, dass ich nicht richtig gelebt, sondern etwas verpasst haben, dass ich Menschen nicht deutlich genug meine Liebe gezeigt haben könnte. Letzteres versuche ich in den letzten Jahren immer besser zu machen und ich hoffe sehr, dass meine Lieblingsmenschen sich von mir geliebt fühlen – Hallllloooooo, ich liebe euch❣❣❣

Mich befallen eher Zweifel, ob ich meine Zeit gut nutze. Bin ich mit den richtigen Menschen zusammen? Privat überwiegend JA! Treffe ich die richtigen Entscheidungen? Ich glaub schon, denn alles ist eine Chance zum Lernen. Ich finde, Entscheidungslosigkeit und Stagnation sind das Schlimmste – so eine Energieverschwendung!

Was dann? Im Gespräch mit einer lieben Freundin kamen wir auf den Gedanken, dass die schlimmste Verschwendung von Zeit darin liegt, nicht achtsam genug mit ihr umzugehen. Alles rauscht gleichförmig an einem vorbei. Die Frage stand im Raum: Wie würden wir unser Leben gestalten, wenn wir wüssten, wir hätten nur noch drei Monate zu leben??

Extreme Wünsche kamen nicht auf, keine Weltreisen, kein Fallschirmsprung, kein Sexurlaub in der Karibik … 😉 Stattdessen kamen folgende Dinge zusammen:

📍Einen riesigen Eisbecher essen und ihn ohne Figursorgen genießen.

📍Lange Spaziergänge machen und sich an der Natur erfreuen.

📍Gemeinsame Zeit mit Lieblingsmenschen genießen.

📍Allein wegfahren, zur Ruhe kommen.

📍Dinge verschenken.

📍Fremde Menschen ansprechen und etwas über ihr Leben erfahren

📍…

Wir schauten uns an. Worauf warten? Das sind doch erfüllbare Dinge. Sie haben etwas mit „Jetzt“ zu tun, mit dem Sein im Augenblick, mit Bewusstsein und Aufmerksamkeit – Wunscherfüllung ohne Zweifel.

Würden wir uns unserer Wünsche oder unseres Handelns schämen, wenn wir wüßten, unsere Timeline endete bald? Nein? Und warum nicht? Weil andere sich in Anbetracht des nahenden Endes nicht trauen würden, uns etwas abzuschlagen? Puh! Soviel Angst haben wir, dass das Urteil anderer uns am Leben hindert?!

Meine Freundin und ich haben uns nun entschieden, täglich etwas anders zu machen, als sonst. Z.B. einfach die Arbeit zu beenden, weil die Sonne scheint. Es kann bedeuten, jemanden anzurufen und ihm zu sagen, dass man ihn liebt. Sich etwas Leckeres zu gönnen, weil der Körper danach verlangt oder auch die Seele. Auszuruhen, wenn man müde ist. Ein Wort des Verständnisses an jemanden zu richten, nur seine Sicht zu sehen, ganz ohne Belehrung und, und …

Täglich schreiben wir uns nun über WhatsApp, was wir anders machen … und feiern die jeweils andere. Wir  fühlen uns soooooo viel lebendiger. Es ist herrlich. Das Leben gewinnt eine wunderbare, neue Tiefe! Also: worauf warten?

Move Your Life!

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