Ein Gastbeitrag von Mathis, 55, verheiratet, drei erwachsene Kinder, Musiker und Musikproduzent, aus Berlin, Deutschland:

Ich bin Musiker und Musikproduzent und insofern beruflich direkt von den Lockdown-Maßnahmen seit März 2020 betroffen. Alle Konzerte mussten ausfallen und meine musikalischen Aktivitäten im klassischen Bereich als Dirigent wurden jäh unterbrochen. Mein Chor darf seitdem nicht mehr zusammen singen und mein Sinfonieorchester musste immer wieder pausieren. Wir mussten ebenfalls mehrere geplante Konzerte absagen.

Dennoch hatte ich umso mehr im Tonstudio zu tun. Es entwickelte sich ein Ausbau der Videoabteilung meiner Firma, da plötzlich ein großer Bedarf entstand, z.B. die eigentlichen Konzertaktivitäten per Video zu übertragen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich dadurch mein persönliches Arbeitsleben zwar sehr stark verändert aber auch weiterentwickelt hat. Ich weiß auf der anderen Seite von vielen Kollegen, die nicht so breit aufgestellt waren, die beispielsweise mehr oder minder ausschließlich von Live-Konzerten lebten. Als alles zusammenbrach konnten sie zum Teil nur durch „Hartz IV“ überleben. Uns allen fehlt die Freude am gemeinsamen Musizieren und die Möglichkeit, diese Freude mit anderen zu teilen.

Da ich in meinem Leben erfahren habe, dass unsere eigenen Gedanken direkt unsere persönliche „Realitätsblase“ beeinflussen, bin ich mir sehr bewusst, wie wichtig es ist, meine Gedanken in die richtige Richtung zu lenken. Verharre ich beispielsweise in meiner Angst vor Existenznot und möglicher Infektion durch ein Virus, werde ich genau die Dinge in mein Leben ziehen, die zu solchen Reaktionen führen können.

Bleibe ich hingegen bei meiner inneren Führung und konzentriere mich auf die positiven Dinge meines Lebens und meiner Umwelt, bleibe ich weiterhin im positiven Fluss meines Lebens. Dies bedeutet aber nicht, dass ich alle Informationen, die auf mich einprasseln, einfach ignoriere, sondern lediglich, dass ich nicht alle schlimmen Dinge, die ich z.B. in den Nachrichten sehe, zu meinem eigenen Denken mache. Ich kann gleichzeitig empathisch für das Leid andere sein. Ich kann versuchen, Zusammenhänge und Missstände zu verstehen und dennoch mein ganz persönliches Leben unabhängig davon begreifen.

So habe ich auch eine sehr eigene These, warum das globale Corona-Ereignis uns ereilt hat:

Wir alle haben global das Gefühl, dass es so, wie wir momentan leben, nicht weitergehen kann. Die einen sehen die Lösung in liebevoller Kooperation, in einem Leben als Menschen-gemeinschaft in Einklang mit allem Leben auf dem Planeten. Die anderen sehen in Abschottung, Ausgrenzung, Militär und Polizei und möglicherweise der Reduktion der Weltbevölkerung die richtige Lösung.

Dies zeigt sich überall in einer weltweiten Spaltung der Gesellschaften.

Vor dem Hintergrund, dass wir mit unseren Gedanken unser aller Realität erschaffen, bedeutet dies für mich, dass wir alle gemeinsam – obgleich aus absolut konträren Beweggründen – ein globales Ereignis, in diesem Falle die Corona-Krise, bewusst oder unbewusst initiiert haben:

  • Die einen, um aufzuzeigen, dass wir aufwachen müssen, dass alle Missstände zu Tage treten und nur durch ein gemeinsames Miteinander die globalen Probleme zu lösen sind.
  • Die anderen, um zu zeigen, dass die Allgemeinheit nicht fähig ist, zu kooperieren und es besser ist, mit restriktiven Maßnahmen alle Ideen zur gemeinschaftlichen Lösungsfindung abzuwiegeln und die Menschen noch intensiver zu überwachen und zu kontrollieren.

Zwei diametral entgegengesetzte Gedankenwelten erschaffen ein und dieselbe globale Krise – aber was machen wir daraus?

Ich habe mir weiterhin vorgenommen, meine Gedanken und mein Handeln in die Richtung der positiven Lebensfreude zu lenken, weil ich denke, dass dies mein Beitrag dazu sein kann, die Waage in Richtung einer kooperativen Gemeinschaft ausschlagen zu lassen. Es gibt für all unsere Probleme bereits Lösungen – wir müssen nur den Mut haben, sie miteinander auch zuzulassen und anzugehen. 🙂

 

Beitragsbild: Shutterstock.com/Digital Storm
Lyrics aus dem Song „On This Little Island“ von
Mathis Richter-Reichhelm und Kaz Hawkins

 

Anmerkung: Die mit Covid-19 begründeten Maßnahmen haben dazu geführt, dass wir zuhause eingeschlossen sind. Ängste nehmen zu, Aggressionen auch. Damit der „Lockdown“ nicht auch die Seelen einschließt, ist Austausch wichtig. In diesem Blog schreiben Menschen, was sie derzeit bewegt.

Wenn du dich inspiriert fühlst, deine Gefühle und Erlebnisse zu teilen, schreib einfach an info@move-yourlife.de, Betreff: Unlock.

 

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