Nein, wir können nicht bestätigen, dass etwas faul ist im Staate Dänemark. In Kopenhagen hatten wir nur nette, schöne Erlebnisse und die Dänen haben wir als freundliche, aufgeschlossene und entspannte Menschen kennengelernt. Viele „Ausländer” leben hier, machen einen zufriedenen Eindruck, scheinen das Land zu mögen, das ihnen Heimat geworden ist. 

Einer von ihnen ist Alan, gebürtiger Iraner („Ich heiße was mit Mohammed, aber ihr könnt mich Alan nennen.“), seit 27 Jahren in Dänemark, obwohl er erst 24 sei, wie er uns grinsend verriet. Er hatte den Frühstücksservice im Hotel an unserem Abreisetag. Selten wurde uns so liebevoll und lustig, aber auch tiefgründig das Frühstück zubereitet.

Alan bezeichnete sich als „Christlim“, als Muslim in einem christlichen Land. „Religion ist nicht wichtig“, sagte er, „da wir alle Brüder sind.“ Kriege seien dazu da, um Geld zu machen. Feindschaft und Angst voreinander würden geschürt, um uns voneinander zu trennen. Aber wenn Menschen sich träfen, müssten sie auf ihr Herz hören und sich dort begegnen. Alan kam mir vor wie eine dänische Außenstelle von Move Your Life.

Um selbst nicht ständig negative Nachrichten zu hören, hätte er keinen Fernseher zuhause. Wozu auch? Er sei viel unterwegs.

Alan erzählte von seiner sportlichen Begeisterung als Judoka, die ihn auch schon nach Hannover und Hamburg gebracht hatte. In Deutschland gäbe es den besten Döner, lachte er herzlich. Die Iraner hätten eigentlich das leckerste Essen erfunden, aber andere hätten es perfektioniert, während sie selbst noch sehr einfach lebten. Das gleiche gelte übrigens für die Mathematik, die Medizin und vieles andere. Na, Iran sei ja auch Atomland, zwinkerte er uns zu, aber wozu? Die Welt brauche Frieden. Noch frische Erdbeeren, Orangensaft? Sei alles zu unserer Zufriedenheit?

Bei der Verabschiedung legte Alan seine Hand auf‘s Herz, dankte für unseren Besuch und wünschte uns eine gute Reise. Bis zum nächsten Mal, er wäre sicher noch hier. Er liebe seine Arbeit und könne nur jedem empfehlen, seine Arbeit sofort aufzugeben und etwas anderes zu machen, wenn es ihm dort nicht gefiele. Bestimmt warte schon jemand auf den Job, der diesen gerne und gut übernehmen würde. Man müsse Spaß haben im Leben, oder?! Sonst wäre auch das Ergebnis der Arbeit nur schlecht, für niemanden eine Freude und man selbst wäre noch unglücklicher.

Ja, Alan, du hast so Recht! Danke, für dieses wunderbare, leckere Frühstück, serviert mit deiner Herzlichkeit, versüßt mit deinem Humor und gewürzt mit weisen Worten. Mich hat übrigens noch nie jemand gefragt, „wie die Queen ihr Omelette wünscht“. Ich lächele immer noch.

Ich bin dankbar, dass du deine Arbeit liebst und sie dich glücklich macht … und mich gleich mit.

Move Your Life! 

Foto: Elena Veselova/Shutterstock.com

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