Ich sitze auf der Terrasse unserer Ferienwohnung und blicke auf das silbrig glänzende Meer. Die riesige Palme wiegt sich sanft im Wind. Möwen gleiten im ruhigen Flug, teilweise laut rufend, vorbei, tupfen von Zeit zu Zeit mit ihren Flügeln Kringel auf das Meer – vermutlich auf der Suche nach einem Nachmittagssnack. Am Horizont treffen sich Meer und Himmel in unterschiedlichen Blautönen und ich denke: „Was für ein Luxus!“

Wie wunderbar ist es, dass wir dieses Fleckchen Erde vor Jahren gefunden haben und uns hier immer wieder neu aufladen können. Dass wir gesund sind. Dass wir das Geld verdienen, uns diese Reise leisten zu können. Dass unsere Kinder sich hier genauso wohl fühlen wie mein Mann und ich.

Während ich darüber nachdenke, wie gut es uns geht, bemerke ich eine unterschwellige Sorge, dass es möglicherweise in Zukunft anders sein könnte. Vielleicht müssen wir im Alter mehr auf unser Geld achten oder wir sind zu klapprig, um auf Reisen zu gehen. Wer weiß?

„Stopp!“, denke ich. „Was soll das?“ Diese Gedanken sind total destruktiv. Sie bringen nicht nur nichts, sondern zerstören auch den köstlichen Moment der Gegenwart, in dem es mir ganz wunderbar geht. Und der gegenwärtige Moment ist schließlich das Fundament von Morgen.

Natürlich weiß ich das, aber dennoch falle ich gelegentlich in frühkindliche, erlernte Muster zurück. Gerade vor ein paar Tagen erinnerte ich mich daran, dass meine Mutter bei guten Erlebnissen oft sagte: „Na, wer weiß, wie lange das so bleibt.“ Sie ging immer fest davon aus, dass schöne Stunden nur zeitlich begrenzt sein konnten, während traurige oder „schlechte“ Zeiten eher der Normalfall waren. Daher konnte sie glückliche Momente auch nie unbeschwert genießen, weil sie mit ihren Gedanken bereits in der prognostizierten, unangenehmen Zukunft war.

Und tatsächlich war es dann auch so, dass ihre negative Erwartungshaltung sich erfüllte, was sie dann oft mit einem „Siehste“ quittierte. Aus ihrer Sicht hatte sie also völlig Recht.

Heute weiß ich, dass sie mit ihrer Betrachtungsweise einen großen Beitrag dazu leistete, dass sich alles so entwickelte, wie von ihr vorausgesehen. Denn unsere Gedanken werden zu Gefühlen, werden zu Worten, werden zu Taten …

Louise Hay hat eine wunderschöne Affirmation geprägt: „I chose to make the rest of my life the best of my life.“ Lest diesen Satz bitte noch einmal ganz aufmerksam, dort steht: „I chose“ (ich wähle bzw, ich entscheide mich) und nicht „Ich hoffe mal …“ oder „Es könnte sein …“.

Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis , dass wir die Wahl haben, wie wie an etwas herangehen wollen. Und diese Wahl beeinflusst ganz zweifellos das Ergebnis. Das habe ich bei meiner Mutter im negativen Fall gesehen, aber ich weiß auch, dass es umgekehrt funktioniert.

Also, nochmal von vorn:

Wie wunderbar ist es, dass wir dieses Fleckchen Erde vor Jahren gefunden haben und uns hier immer wieder neu aufladen können. Dass wir gesund sind. Dass wir das Geld verdienen, uns diese Reise leisten zu können. Dass unsere Kinder sich hier genauso wohl fühlen wie mein Mann und ich.

Ich sitze auf der Terrasse unserer Ferienwohnung und genieße diesen wunderbaren Moment der Fülle und des Unbeschwertseins. Dies wird nicht unser letzter Aufenthalt hier gewesen sein und ich freue mich auf viele weitere.

Louise hätte übrigens meinen Urlaub nicht als Luxus bezeichnet, sondern als etwas, das mir als Kind des Universums einfach zusteht – wie allen Menschen. Denn wir alle haben ein Recht darauf, das Beste zu erwarten und glücklich zu leben.

Da das Universum unbegrenzte Fülle ist, nehmen wir niemandem etwas weg, wenn es uns gut geht. Im Gegenteil, wenn wir uns ein schönes Leben erlauben, geben wir anderen ein Beispiel, es uns nachzutun.

Mit Blick auf das Meer entscheide ich mich, den Rest meines Lebens zum besten Teil meines Lebens zu machen und bin dankbar für alles Gute. Ich weiß, dass ich die Umstände meines Lebens nicht immer beeinflussen kann, aber wie ich auf sie reagiere schon. Es ist menschlich, mal Angst zu haben, aber ich kann immer wieder neu wählen: Indem ich von meinem Leben Positives erwarte … und dann entsprechend handle.

Jetzt, zum Beispiel, gehe ich mit meinem Mann eine Tasse Kaffee trinken 😊

Move Your Life!

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