Es gibt im Leben nur vier Fragen von Bedeutung: Was ist heilig? Woraus besteht der Geist? Wofür lohnt es sich zu leben? Und wofür lohnt es sich zu sterben? Die Antwort ist immer die gleiche: Nur die Liebe.

Dieses wundervolle Zitat ist aus dem noch wundervolleren Film „Don Juan DeMarco“, ausgesprochen, nein, zelebriert, von dem – genau! – wundervollen Johnny Depp. Ich liebe diesen Film und habe ihn unzählige Male gesehen. Es ist ein lustiger, romantischer, aber vor allem sehr weiser Film über das Leben.

In den Hauptrollen sehen wir Johnny Depp als eine moderne Verkörperung Don Juans, Marlon Brando in der Rolle des Polizeipsychiaters Jan Mickler (auch agierend als Don Octavio) und Faye Dunaway als seine Ehefrau. Die Handlung: Ein junger Mann hält sich für Don Juan und will sich aus Liebeskummer von einem Hochhaus stürzen. Ein Polizeipsychologe, der kurz vor seiner Pensionierung steht, kann ihn davon abbringen und bringt ihn in zur Beobachtung in die Psychiatrie. Mickler ist fasziniert von Don Juans Überzeugungskraft, seinen erotischen Erzählungen und seiner Leidenschaft für die Frauen – und vor allem seiner Leidenschaft für die Liebe. „Ich bin der größte Liebhaber der Welt … Ich habe mehr als 1.000 Frauen geliebt. Letzten Dienstag wurde ich 21.“, so Don Juan. Das Leben des Psychiaters verändert sich grundlegend, als er sich von der Sichtweise seines Patieneten anstecken lässt. Sein Leben wird mit neuer Lebensfreude erfüllt und mit längst verschütteter Romantik belebt. Und die Liebe zu seiner Frau erwacht gänzlich neu. Irgendwann spielt es keine Rolle mehr, wer Don Juan wirklich ist und der Film endet mit den Worten Jan Micklers: „Mein Name ist Don Octavio Del Flores. Ich bin der größte Psychiater der Welt. Ich habe weit über 1.000 Patienten geheilt. All ihre Gesicher verweilen in meiner Erinnerung wie Sommertage, aber keines von ihnen so sehr, wie das von Don Juan DeMarco.“

Ich kann den Film quasi schon mitsprechen, so oft hab ich ihn gesehen, aber er verliert nie seine Magie für mich. Der Zuschauer sieht das Leben durch die „verwunschene“ Brille Don Juan DeMarcos und teilt mit ihm den Zauber, den er in allem sieht. Und es gelingt ihm, die Menschen, denen er begegnet, ebenso einen neuen Blick auf sich und das Leben zu ermöglichen.

… nur die Liebe. Es wurde schon so viel über sie gesagt, geschrieben und gesungen, dass ich mir nicht anmaßen möchte, eine abschließende Definition über sie zu geben. Aber ein paar Gedanken sind mir wichtig, damit Sie verstehen, warum ich den Film so mag (ich lege ihn Ihnen wirklich ans Herz!).

Liebe ist allumfassend, Liebe ist „Alles was ist“. Sie schließt demzufolge alles Gute ein und alles Schlechte, Tag und Nacht, Yin und Yang, dick und dünn … Alles, was ist, kann nur im Gegensatz zum anderen definiert werden: Ob etwas hell ist, wissen wir nur, wenn wir das Dunkle erkennen. Ob etwas gut ist, ergibt sich oft erst aus einer Situation.

Es ist schwer, über die Liebe zu schreiben, ohne über sie zu urteilen, sie zu entwerten oder sie beliebig klingen zu lassen. Aber ich glaube, es gibt etwas Universelles, wie wir Liebe erfahren: Liebe ist ein Zustand fern von Bewertung, Angst und Zeit. Liebe fragt nicht nach etwas, sie ist … vollständig. Gegensätze scheinen aufgehoben. Man ist komplett im Augenblick. Alle Sinne und Gefühle scheinen aktiviert, dennoch ist die Umgebung wattig weich. Es scheint, als würde man über sich hinauswachsen, sich vergößern und sich gleichzeitig selbst sehr nah sein.

Dieses Gefühl, das ich beschreibe, habe ich vor einiger Zeit selbst erleben dürfen: Zu meinem 50.sten Geburtstag hatte mein Mann vier mir sehr wichtige Menschen als Überraschung eingeladen. Wir waren im Urlaub in den Bergen. Ich hatte mit niemandem gerechnet. Meine Familie hatte nichts verraten, auch meine Freunde nicht. Als sie vor der Tür standen, war ich sprachlos. Meine Freunde kannten sich untereinander nicht, sie kommen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Fremdheit war dennoch nie da. Gemeinsam feierten wir meinen Geburtstag und jede Sekunde war wundervoll. So viele Eindrücke sind gestochen scharf in meiner Erinnerung und in ihrer Vielfalt scheinen sie die Zeit ins Unendliche vermehrt zu haben. Wir haben alle so empfunden und es ist ein besonderes Band entstanden, das wir als „Berchtesgaden-Gefühl“ in unserem Herzen tragen. Es waren kostbare Momente voller Freude, Nähe, Annahme … Liebe – für den anderen und für uns selbst.

Ich sehe Sie ein bisschen zusammenzucken bei dem Gedanken, dass Liebe auch uns selbst einschließt. Ist das nicht egoistisch, anmaßend, müssen wir Angst haben, wie Narziss zu enden? Nein, Selbstliebe hat damit nichts zu tun. Ich glaube, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, bevor wir andere lieben können. Dass wir uns für wert halten, im Zentrum von Liebe zu stehen, macht es uns möglich, sie in uns zu fühlen und weiterzugeben. Wie immer nimmt alles seinen Anfang bei uns.

Don Juan scheint das verstanden zu haben: Die Gegensätze seiner persönlichen Erfahrungen scheinen aufzugehen in der Rolle des größten Liebhabers aller Zeiten. Sein Umfeld hält ihn erstmal für verrückt, bis es sich von dieser Lebenssicht inspirieren lässt. Mehr und mehr Menschen öffnen sich der Liebe und beginnen, ihr Leben zu ändern.

Sie müssen jetzt nicht gleich bei Amazon ein Cape bestellen und mit einer Zorromaske das Haus verlassen. Aber vielleicht haben Sie ja Lust, sich mit neuen Augen der Wertschärtzung zu sehen. Wie ich jetzt zum Beispiel:

Ich bin Dona Manuela. Ich bin die größte Blogschreiberin der Welt und habe mehr als 1.000 Leser dazu inspiriert, ihr Leben zu verändern …

… Move Your Life!

 

Foto: Nina Buday/Shutterstock.com

 

 

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