Für mich ist gerade eine sehr besondere Zeit: Die Firma, für die ich seit rund 13 Jahren arbeite, wurde an einen großen Konzern verkauft. Ich freue mich sehr, dass es geglückt ist. Mein Team und ich haben lange und intensiv daran gearbeitet, um die Interessen des Inhabers und der Firma zu berücksichtigen. Es ist gelungen und wir sind alle stolz und erleichtert.

Wir befinden und nun in einer Übergangsphase. Die Zukunft ist ungewiss. Es wird sicher Änderungen geben, welche, wissen wir noch nicht. Der Käufer möchte sich in Ruhe ein Bild von den Produktionsabläufen machen, was wir alle sehr schätzen. Ob unsere Kenntnisse und Talente dauerhaft benötigt werden und welche Aufgaben wir künftig betreuen, ist ungeklärt. Aber der neue Inhaber wirkt überlegt, strukturiert und sachlich. Gut.

Es ist ungewohnt, viel zu tun zu haben und nicht zu wissen, wohin das führt. Kurz nach dem Verkauf fiel ich in innere Hektik: Was wird werden, was will ich? Will ich bleiben, wenn ich kann? Intensiviere ich meine Arbeit in der Heilpraxis, suche ich mehr Klienten, mache ich mehr Workshops? Muss ich jemanden ansprechen?

Einige anstrengende Tage war ich hin- und hergerissen, rieb mich auf, wollte Entscheidungen treffen, für die mir die Informationen fehlten und die ich mangels gestörter Verbindung zu meiner inneren Stimme auch gar nicht entscheiden konnte.

„Was will ich?“

Diese Frage stellte ich mir immer wieder und träumte eines Nachts sehr intensiv folgende Aussage: „Vertraue, die Antworten sind bereits auf dem Weg.“ Diesen Traum hatte ich bereits nach dem Besuch meiner Freundin Sahar vor mehreren Monaten. Sie ist eine bekannte Heilerin in Indien und hat sehr intuitive Eingebungen, daher wunderte mich dieser Traum nach unseren intensiven Gesprächen nicht. Er erschien mir schon damals sehr bedeutungsvoll und als ich ihn jetzt mit drängender Intensität wiederträumte, dachte ich an keinen Zufall.

Ich realisierte, dass ich derzeit gar nichts machen konnte, weil die Umstände nicht entscheidungsreif waren. „Vertraue, die Antworten sind auf dem Weg“. Eine beruhigende Aussage.

Also nichts tun. Gar nichts?

Nach einigen Tagen stellte ich fest, dass der Stillstand im Außen Raum öffnete für mein Innenleben. Trotz täglicher Praxis in Yoga, Meditation, spiritueller Arbeit und Auseinandersetzung mit meinem Ego war der Kontakt zu meinem inneren Kern nicht mehr so beständig wie früher. Es fühlte sich an als wäre ein guter Freund ins Ausland verzogen: Mailkontakt, WhatsApp und gelegentliche Skype-Calls ersetzen kein persönliches Gespräch mit Open End, um auf seelischer Ebene gut verbunden zu sein.

ZEIT! Im Alltag nahm ich mir zu wenig davon, wurde mir bewusst. Ich gab ihr oft keine Chance. Scheinbar getrieben von den Erfordernissen, die die Welt an mich stellte. Aber waren es denn wirklich (noch) MEINE Erfordernisse? Was früher mal gut für mich gewesen war, musste es ja heute nicht mehr sein oder war es ja vielleicht auch nie. Ich begann, über Alltäglichkeiten nachzudenken: Machte ich etwas aus Routine, war es sinnvoll, machte mir das Freude … in ALLEN Lebensbereichen. Puh, da kommt einiges zusammen 😉

Wie ich nun spüre, kann eine Zeit des erzwungenen Stillstands sehr, sehr heilsam sein. Nichts (Neues) tun, sondern warten, was kommt. In die eigene Tiefe eintauchen und an sich andocken. Dort findet man Selbstliebe … nicht zu verwechseln mit Egoismus. Der will urteilen über uns und andere. Sein „Ich will“ neigt zur Dominanz über andere, nimmt für sich allein in Anspruch, was es nicht teilen möchte. Es ist die Ausblendung von anderen Möglichkeiten im Interesse einer persönlichen Besserstellung.

Selbstliebe ist die Basis von allem. Ich sehe hin, wer ich bin und nehme es an. Lebe nach meinen Bedürfnissen, ohne andere zu konfrontieren, sondern teile mich mit. Achte, auf das, was mir gut tut und nehme Rücksicht auf andere. Lebe mit Menschen, die diese Bedürfnisse teilen oder wenigstens anerkennen und handle ebenso.

Ohne Selbstliebe kann ich gar nicht wissen, was Liebe überhaupt ist. Vielleicht klammere ich mich an andere, weil ich meine, dass sie mich vervollständigen müssen. Ich gehe Kompromisse ein, damit man mich liebt. Oder gehe einer lukrativen Arbeit nach, weil „es ja schön blöd wäre“, es nicht zu tun. Vielleicht bin ich Mitglied einer Gruppe, um dazuzugehören, in dem Glauben, es wäre gut für mich. Oder ich ernähre mich auf eine Art und Weise, die in Mode ist und vielen zu helfen scheint, ohne dies in Abstimmung mit MEINEM Körper zu tun – die Liste ist lang, ihr wisst worauf ich hinauswill …

Nicht immer ist Stillstand das, was wir uns wünschen. Er kann uns aber auch in unsere Mitte zurückführen. Danke, für diese Chance.

Move Your Life … to Love and Joy!

 

Foto: Preto Perola/Shutterstock.com

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