Move Your Life

In meiner Tätigkeit als Trainierin und Coach helfe ich normalerweise Menschen, ihre gewünschten Lebensveränderungen umzusetzen, Ziele zu definieren oder mit ihnen gemeinsam herauszufinden, was sie bisher daran gehindert hat, ihrer Sehnsucht zu folgen.

Dieses Jahr ging es jedoch für uns alle weniger um gewollte Veränderung, als um den Versuch, mit dem Zusammenbruch des bisher Gewohnten klarzukommen: Die durch Covid-19 ausgelösten Ereignisse stellten alles, was uns lieb und teuer war, komplett auf den Kopf. Hatten wir bisher eine persönliche Krise, konnten wir wenigstens Trost in der Beständigkeit der Welt finden. Jetzt fallen persönliche und globale Krise oft zusammen und jeder von uns muss sehen, wie er damit umgeht. Eine Patentlösung habe ich nicht und es scheint mir, dass viele Menschen überfordert sind. Aggression und Unverständnis haben zugenommen – ein Problem, dass meines Erachtens durch die derzeitige Isolation besonders deutlich geworden ist.

Die Lockdowns der Welt dürfen nicht zu Lockdowns der Seelen werden

Es findet viel weniger Austausch untereinander als früher statt. Telefoniert man dann doch, sieht man sich sogar bei einem Spaziergang, wird zunächst abgetastet, wo der andere (politisch) steht. Ist der Freund etwas ein Aluhut-Träger? Ein Coronoa-Leugner? Ein ängstlicher Ja-Sager? Mit Glück entspannt sich die Situation nach einer Weile und das Gespräch ist beinah wie früher.

Ich mach mir Sorgen, dass die Lockdowns überall auf der Welt zu einem Lockdown der Seelen führen, zu Feindseligkeit, Unmenschlichkeit und Misstrauen. Der Begriff „Lockdown“ kommt übrigens ursprünglich aus dem (Sprach)Alltag von Gefängnissen. Hiermit ist das Einsperren von Gefangenen in ihre Zellen gemeint – üblicherweise, um damit Ruhe während eines Aufstands herzustellen. Dies ist somit eine kurzfristige Maßnahme und nicht zu vergleichen mit dem wochenlangen Einschluss in unsere Wohnungen und Ausschluss vom gewohnten Miteinander. Das dies Auswirkung auf unsere Seelen hat, ist für mich unzweifelhaft.

Viele Menschen haben große Angst: Vor einer Erkrankung, dem Tod, einer ungebührlichen Beeinflussung durch den Staat, dem Wegfall von Einkommen, der Ausgrenzung durch die Gesellschaft bei freier Meinungsäußerung, allein zu sein, niemanden für´s Leben zu finden, Menschen zu verlieren – Angst, nicht gehört zu werden.

Unlock – stark sind wir zusammen!

Move Your Life

Ich finde, niemand muss das allein durchstehen. Lasst uns aufeinander zugehen, miteinander reden und uns um Verständnis bemühen. Lasst uns nicht als Gesellschaft auseinanderfallen und das, was wir bisher für selbstverständlich hielten – die Menschlichkeit – verlieren. Angst ist ein schlechter Ratgeber, sie  separiert uns, sperrt uns zusätzlich ein und sät Misstrauen untereinander. Das muss nicht sein.

Ich möchte im nächsten Jahr gern wieder meinen Blog beleben – dieses Mal mehr mit euren, als mit meinen Erlebnissen. Mich interessiert, wie ihr durch diese Zeit kommt, was ihr über euch gelernt habt, über eure Mitmenschen, was euch guttut und wie ihr eure Zukunft seht. Wollt ihr etwas anders machen als früher?

Schreibt mir eine Mail mit euren Gedanken, wenn ihr euch angesprochen fühlt: info@move-yourlife.de. Oder wir vereinbaren einen Telefontermin und wir machen ein Interview. Eure Sichtweise kann anderen Trost und Inspiration sein.

Ich glaube daran, dass die Welt ein liebevoller Ort sein kann, wenn wir miteinander reden, Kontakt halten und aufeinander achtgeben. In der Gemeinschaft haben wir eine Chance zum Überleben. Die Neandertaler jagten schließlich auch nicht allein das Mammut …

Move Your Life … to Love and Joy!

Credits: rawpixel.com

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