Wenn ich Sie jetzt bitten würde, folgende Fragen in fünf Minuten zu beantworten, was fiele Ihnen da ein?

  • Was macht Ihnen Freude?
  • Was lieben Sie am meisten?
  • Was baut Sie wieder auf, wenn Sie seelisch am Boden sind?

Tun Sie sich den Gefallen, nehmen Sie sich einen Zettel und beantworten Sie die Fragen. Ich warte so lange …

Und – was haben Sie aufgeschrieben? Sie möchten zuerst meine Antworten hören? Okay:

… singen!!!!!, schreiben (Geschichten, Blogbeiträge, persönliche Nachrichten, Konzepte …), in der Sonne sitzen, lesen, den Duft von Kaffee riechen, Umarmungen, Blumen pflanzen, reisen, Zeit mit meiner Familie verbringen – mit allen zusammen und mit jedem einzeln-, lange Spaziergänge machen, Katzen zum Schnurren bringen, Pralinen naschen, stricken, häkeln, etwas Neues ausprobieren, tanzen, liebevolle Gesten, Hula Hoop üben, ins Kino gehen, Orchideen, mit Freunden diskutieren, Tarotkarten legen, Sonnenblumen, zur Weinprobe eingeladen werden, träumen, nichts tun, englisch sprechen, lieben und geliebt werden, Käsekuchen backen (und essen!), dem Meer zuhören, kochen, feinfühlige Menschen, Shiatsu, frisches Brot mit Butter (zahndick bestrichen) essen, Muscheln sammeln, Hyazinthen riechen, Großzügigkeit, einen Schneeengel machen, Hunden Bälle zuwerfen, an lauen Sommerabenden draußen sitzen, zirpende Grillen, Vorurteile überwinden, Knackfolie drücken, zur Massage gehen, einen wirklich persönlichen Post auf Facebook lesen, essen gehen, warme Hände, Miracoli, lachen, kichern, johlen, gute (und auch mal schlechte) Witze hören, Mövengeschrei, Yoga, Blumenmuster, mit Freunden schweigen können, Duftöle, Engel, Silberschmuck, orange, Sonne, Musik hören, zum Sport gehen – lieber noch vom Sport kommen 😉 mich pflegen, Geschenke, kuschlige Teppiche, Rosen, Dame spielen, ein heißes Bad, geschlagene Sahne, Vogelgezwitscher, eine WhatsApp-Nachricht meiner besten Freundin, Erdbeermarmelade einkochen, Bauernhäuser, ein Schläfchen am Nachmittag, tagelang über einen Film nachdenken und drüber sprechen, Nähe zum Du, plätscherndes Wasser, den Pizzadienst liefern lassen, mir selbst eine Freude bereiten, neue Orte entdecken, Solitär spielen, Müsli selbst herstellen, farbenfrohe Schals, eine Bootsfahrt, Pusteblumen pusten, mich selbst überraschen, Adventskalender, Kaminfeuer, Klavierspiel, Palmen, in der Hängematte liegen, Himbeeren, fühlen, Lachfalten, warme Stimmen, Farben mischen, Pilzgerichte, durch Herbstblätter schurren, erwähnte ich singen?? …

So, das waren ungefähr fünf Minuten. Haben wir Übereinstimmungen? Oder machen Sie andere Dinge glücklich? Egal, was es ist, ich rate Ihnen: Bewahren Sie Ihre Glücklichmacher in Ihrem Herzen und rufen Sie sich regelmäßig in Erinnerung. Schon allein das Aufschreiben war wunderbar und hat mich auf ein besseres Energielevel gehoben. Was mögen Sie? Haben Sie die meisten Dinge, die Sie lieben schon oder müssen Sie sich (immer wieder) kaufen? Sind sie vielleicht sogar kostenlos? Ist es nicht verrückt, dass wir so wenig von unseren Freuden umsetzen, obwohl sie frei zu haben sind und wir vielleicht gar nichts dafür bezahlen müssen?

Wenn Sie die Dinge kennen, die Sie glücklich machen, reicht oftmals schon der Gedanke daran, sich tatsächlich auch gut zu fühlen. Das Hirn kann nicht unterscheiden, ob Sie sich etwas nur vorstellen oder tatsächlich ausführen. Wenn Sie im Geiste den Weg zum Meer hinuntergehen, sich den Sand unter Ihren Füßen vorstellen und dann dabei sogar noch eine CD mit Meeresrauschen anhören, kann das für Ihre Seele einem Urlaubserlebnis nahe kommen (wenn Sie danach nicht alles relativieren oder verbittert feststellen, dass das mit einem echten Urlaub nichts zu tun hat). Wenn Sie Ihre Gedanken in eine positive Richtung lenken, folgen Ihnen die Gefühle und lassen Sie glücklich oder zumindest zufrieden sein. Auch die Erinnerung an ein schönes Erlebnis kann das bewirken.

Dies ist übrigens auch das Geheimnis von geführten Visualisierungen oder Meditationen: In dem Maße, wie Ihre Vorstellungskraft Bilder in Ihnen aufruft, entstehen in Ihnen Gefühle des Wohlbehagens. Diese helfen Ihnen dabei, sich stärker gegen die Widrigkeiten des Alltags zu wappnen. Regelmäßig ausgeführt sind Visualisierungen oder z.B. Atemmeditationen ein wichtiger Baustein der sogenannten Resilienz, der Fähigkeit, in stressenden Situationen gelassener zu bleiben.

Am Allerbesten ist es natürlich, wenn Sie die Dinge, die Sie gern tun, in Ihren Alltag integrieren. Was spricht dagegen, sich kleine Rituale zu schaffen? Ich z.B. habe in letzter Zeit wochentags ein kleines Sonntagsmorgenritual für mich entdeckt: Nach dem Schmieren aller Frühstücksbrote koche ich mir einen starken Kaffee (manchmal mit einem Klecks Sahne drauf) und kuschel mich noch mal ins Bett. Ich lese dann ein paar Seiten in meinem Buch, surfe im Internet oder träume vor mich hin, den Kaffeeduft in meiner Nase. Es erzeugt ein Gefühl von Muße, Zeitlosigkeit, der volle Schreibtisch ist fern und ich fühle mich weniger gehetzt und fremdbestimmt. Das gibt mir ein kleines Gefühl von Freiheit. Großartig!

Was würde Ihnen gut tun? Nach der Arbeit ein kleiner Spaziergang? Morgens, beim Kaffee, ein Kreuzworträtsel lösen, sich zwischen zwei Terminen auf eine Bank setzen und den Vögeln zuhören? In England, habe ich gelernt, nennt man solch kurzen Momente „me-time“. Es ist die Zeit, die Ihnen ganz persönlich gehört und nur dazu da ist, Ihnen Freude zu machen. Die Ihnen hilft aufzutanken, damit Sie mit neuer Energie weitermachen können.

Zurück zu Ihrer Liste: Falls Sie sie doch noch nicht geschrieben haben, machen Sie es bitte jetzt. Führen Sie sich vor Augen, was Ihnen alles Freude macht. Fühlen Sie es. Und wenn Sie es vor lauter Stress, Ärger, Ungerechtigkeit – ach, und überhaupt – vergessen haben, holen Sie Ihre Liste hervor und erinnern sich wieder an das Schöne im Leben – in Ihrem Leben …

Move Your Life!

 

Foto: Artens/Shutterstock.com

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