Dieses Zitat, ausgesprochen von „Newt Scamander“, der Hauptperson im Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, steht seit letztem Samstag ganz oben in meiner Zitatesammlung. Da sah ich nämlich mit meiner Familie diesen wunderbaren, unterhaltsamen Film und wie Sie sehen, war er auch nicht ganz ohne Inhalt 😉 Wenn Sie auf Fantasyfilme stehen und sich in ihnen verlieren können, so wie ich, gebe ich Ihnen eine ganz klare „Anschauen-Empfehlung“. Für Harry-Potter-Fans ein Muss. Ich hoffe, Sie haben die Bücher gelesen? Sie sind nämlich viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel besser als die Filme. Davon versuche ich – bisher leider erfolglos – auch meine Jungs zu überzeugen. Bei Ihnen habe ich noch Hoffnung: Viele meiner Leser sind ohne Smartphone groß geworden und sehen ein Buch doch tatsächlich noch als adäquate Freizeitbeschäftigung …

2016-11-30-14_17_17-14650150_1818959005015886_1285714087714790956_n-windows-fotoanzeige„Wer sich sorgt, leidet zweimal“ bringt meine Lebensphilosophie so ziemlich auf den Punkt. In den letzten Jahren habe ich mich dazu entschieden, immer weniger Fernsehen zu sehen. Nachrichten schaue ich fast gar nicht mehr, Talkrunden überhaupt nicht. Die sich ständig gegenseitig angreifenden, sich niedermachenden Gäste von Gesprächsrunden, die zwischen Populismus und Unkenntnis schwanken, bieten keine Lösungen an, sondern lediglich vorhersehbare Gefechte – so eine Art Bausteindiskussionsrunde: Einer von Links, einer von Rechts, ein bisschen Mitte schadet nicht, vielleicht ein „Experte“ oder auch ein als Provokateur bekannter Außenseiter, ein bemühter Moderator (m/w), der seinen Gästen, sein Hausrecht demonstrativ und stoisch zur Schau stellend, ins Wort fällt oder aus ähnlichen Motiven einfach monoton weiterredet, wenn sich die Gesprächsteilnehmer ihres nicht verbieten lassen. Das einzige, was hier befriedigt wird, ist der Voyeurismus einer entscheidungsunfreudigen Masse. Ändern tut sich nach so einer Sendung gar nichts.

Bitte entschuldigen Sie, dass ich mich so harsch äußere. Sollten Sie solche Sendungen gern sehen, ist das völlig in Ordnung und in meinen Augen sind Sie deswegen kein schlechter Mensch. Ich hoffe nur, Sie haben ein wenig Abstand dazu. Genauso wie ich Abstand wahre, wenn ich, feierabendlich gestimmt und gerade zuhause, mir am frühen Abend 10 Minuten „Leute heute“ ansehe (jaja, ist auch nicht sonderlich intellektuell 🙃 ). Die bunten Bilder lasse ich an mir vorbeiflimmern und genieße die scheinbar sorglose Welt der Reichen und Schönen, wohlwissend, dass ich hier nichts über die Menschen erfahre, sondern nur über das, was sie verkaufen wollen. Genauso wie es die Politiker, Experten, Talkteilnehmer tun – sie verkaufen sich und ihre Meinungen – sie machen Politik. Und sie sorgen dafür, dass wir uns sorgen!

Wer sich sorgt, lässt sich leichter beeinflussen, besser manipulieren. Man könnte meinen, wir würden klein gehalten, weil Widerstand so gar nicht erst entsteht. Gehen Sie doch mal auf die Website eines beliebigen Nachrichtenanbieters. Dort finden Sie Aussagen wie „… CIA-Chef warnt …“, „Trump fordert …“, „… der Gipfel des Irrsinns“, „Krieg in Syrien“, „… Zulauf zu den Rechten …“, „… unbemerkt radikalisiert“, „Was die neuen Rechten stark macht“, „… droht …“, „… Schock…“, „… warnen …“, „…unhygienisch …“, „… trauert …“, „… alarmiert …“ … Wenn Sie das lesen: Was fühlen Sie da? Möchten Sie nicht auch am liebsten den Schlüssel ihrer Wohnungstür zweimal umdrehen? Der  neue Nachbar guckt zudem recht feindselig, stimmt’s?! Und ihre Kinder? Hoffentlich werden sie in der Schule nicht „unbemerkt radikalisiert“.

Derartig angetriggert werden Sie nur noch Begebenheiten aus Ihrem direkten Umfeld wahrnehmen, die ebenfalls Schrecken einflößen und bestätigen, wie schlecht es um die Welt bestellt ist: An der Supermarktkasse hören sie, wie bei der Mutter der Wartenden gestern in der Wohnung eingebrochen wurde … Der Obdachlose vor dem Eingang, dem Sie 50 Cent in seinen Pappbecher werfen, wirkt nicht dankbar, sondern eher so, als wolle er Ihnen das Portemonnaie entreißen  … Ihre Kollegin berichtet, dass die Cousine ihrer Freundin zum Arzt ging, nur mal so, Check-up, und diagnostiziert wurde etwas ganz Schlimmes – nichts mehr zu machen … Ihr Chef ist – wie immer! – mit nichts zufrieden …

Als Sie die Wohnung betreten, bleibt Ihr Frust nicht vor der Tür, sondern huscht hinter Ihnen mit rein: Ihr Ältester sitzt teilnahmslos an seinem Schreibtisch und schaut Sie mit weit geöffneten Pupillen an. Oh, mein Gott, Drogen?? Ihr Mann kommt heim und das erste, was Ihnen auffällt, ist sein mürrisches Gesicht. Klarer Fall, Sie sind nicht mehr attraktiv und werden vermutlich bald aussortiert. Die Jüngste sind Sie ja auch nicht mehr. Die Hormonschwankungen sind der beste Beweis. Was soll jetzt noch kommen? Der dritte Weltkrieg tobt längst in Ihnen!

Was ich auf vereinfachende Art und Weise klarmachen möchte ist, dass wir uns sehr leicht von unserem Umfeld in unseren Meinungen beeinflussen lassen und unsere Denkweise sich anpasst. Beschäftigen wir uns mit negativen Themen, sind wir mit negativen Menschen zusammen, beeinflusst das unser Denken und Fühlen, das unser Handeln bestimmt. So bringen wir neue, negative Energie in die Welt – die diese dann noch zu einem schlechteren Ort macht. Es ist ein Negativitätskreislauf, der bald ein Eigenleben führt.

Hinzu kommt, dass, wenn wir fortlaufend schlechte Nachrichten in uns aufnehmen, auch davon überzeugt sind, all dieses Schlechte würde zweifellos eintreffen müssen. Es sagen ja schließlich alle – überall – das selbe. Es grenzt an Autosuggestion. Und dann vermehren wir das Elend noch, in dem wir uns alle ständig gegenseitig Angst machen („weißt du schon?“) und wir in eine Lähmung der Angst verfallen.

Ich mache das nicht mehr mit.

Nur noch alle paar Tage überfliege ich kurz die Online-Medien zur Orientierung (Dabei frage ich mich: „Wem nutzen diese Nachrichten, was ist die Wirkung, was könnte beabsichtigt sein, wer verkauft wovon mehr?“). Ich stehe den Nachrichten mit Skepsis gegenüber, weil ich weiß, dass sie überwiegend zu meiner Beeinflussung gemacht werden. Propaganda steht nicht nur für das Dritte Reich, sondern auch für die Interessen von „Mutti“, der Wirtschaft, dem Expansionsdrang anderer Länder.

Ich versuche, nicht über alles und jedes ständig mitzujammern. Das hilft niemandem – mir am allerwenigsten. Es hält nur meinen Negativitätskreislauf am Rotieren.

Abends im Bett erinnere ich mich an die schönen Dinge des Tages: Nette Worte, fürsorgliche Gesten, eine liebe Mail, meinen Lieblingskäse zum frischen Brot … Ich bin dankbar für das, was ich habe. Es freut mich, wenn ich die Freude anderer erlebe. Die tägliche gute Tat der Pfandfinder ist nicht die schlechteste Idee, um im Gleichgewicht zu bleiben. Das alles sind Maßnahmen, die von zuviel Sorgen ablenken. Für jemanden sorgen, für etwas Sorge tragen, ist konstruktiver, als sich zu sorgen.

Das, was wir befürchten, wird genau so vermutlich nie eintreten. Vielleicht passiert überhaupt nichts Schlimmes. Dann hat man sich umsonst gesorgt und sich das Leben zur Hölle gemacht.

Und wenn doch etwas  Schlimmes passiert? Dann sind wir hoffentlich nicht ganz aufgelöst vor Sorge, sondern halbwegs gelassen, klar bei Verstand, denken über das Problem nach, suchen eine Lösung und handeln.

„Wer sich sorgt, leidet zweimal.“ Wer das erkannt hat, leidet vielleicht überhaupt nicht.

Move Your Life!

Foto: Shutterstock.com/Sunny studio

 

 

 

 

 

 

 

 

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