Nein, das ist kein Borg-Gruß aus Star Trek und ihr werdet auch nicht gleich assimiliert 😉 Ich möchte euch von meiner Kurzreise nach England erzählen und wie intensiv ich erfahren habe, dass Widerstand gegen das Universum völlig sinnlos ist …

Kürzlich flogen mein Mann und ich nach London und warteten eine kleine Ewigkeit auf unseren Mietwagen, da das Computersystem ausgefallen war. Irgendwann bekamen wir doch ein Fahrzeug und fuhren Richtung Norden, um meine Freundin Phoebe zu besuchen. Unterwegs wurden wir aufgrund von Bauarbeiten von der Autobahn herunter und durch dörfliche Regionen geleitet. Am Tage sicher idyllisch, nachts einfach nur belastend. Irgendwann kamen wir zur Unzeit im Hotel an, an etwas zu Essen war nicht mehr zu denken, und fielen ins Bett.

Erschöpft schliefen wir aus und mussten uns dann sogar beeilen, um zu meiner Freundin zu kommen. Unser Hunger war unbeschreiblich, also suchten wir unterwegs nach einer netten Möglichkeit, etwas zu essen. Wo sonst Pubs und hübsche Restaurants einem die Auswahl schwer machen, kamen wir nun an gepflegten, leeren Rasenflächen vorbei. Endlich: „Frankie & Benny‘s“ … ungewohnt lange mussten wir warten, dann – Rettung – kurz vorm Hungertod und Weiterfahrt zu Phoebe.

Wir quatschten über Stunden zurückgezogen in ihrem wunderschönen Zimmer, unsere Männer unterhielten sich ebenfalls. Nach einem gemütlichen Abendessen, das wir zusammen zubereiteten, Aufbruch zu unserem Hotel. Keine Sekunde zu früh, denn ich war kurz vorm Erfrieren.

Viel zu leicht angezogen, hatten die Stunden in Phoebes‘ Haus, bei offenen Fenstern und Haustür, mich in amphiebienartige Starre versetzt, während meine Freundin anmutig und barfuß – eindeutig nicht frierend – mir gegenüber saß. Man merkt den Engländern ihre Vergangenheit in trutzigen, feuchtkalten Burgen zweifellos an …

Leider war der Tunnel gesperrt, der unter dem Fluss zurück in unsere Stadt führte, der Umweg, den uns das Navi empfahl, war nicht möglich, weil nachts keine Fähren fahren, eine andere Straße war gesperrt, dann endlich, eine Umleitung der Umleitung brachte uns zurück.

Ihr müsst euch vorstellen, dass die nächsten Tage ähnlich verliefen: Der Besuch einer Ausstellung war aus Zeitgründen nicht möglich, ebenso wenig die geplante Ergänzung meines Tattoos in einem der besten Studios Englands, eine langwierige Autopanne meines Mannes machte ein gemeinsames Abendessen mit unseren Freunden unmöglich, Phoebe, die mich dann ins Hotel zurückbrachte und die gleichen Probleme hatte, wie wir zuvor (Tunnel zu, Fähre weg, Straße gesperrt, Umleitung der Umleitung …😂). Wir saßen dann noch lange in der Hotelbar und sprachen über die seltsamen Behinderungen unserer Reisepläne.

Am nächsten Tag kehrten wir – aufgrund unvorhersehbarer Staus – spät nach London zurück und machten uns im Wellnesstrakt des Hotels einen Bunten. Hier schwitzte ich das letzte Fünkchen Klammheit weg.

Der Samstag brachte uns nach Ely, einem weiteren Highlight unserer Reise, um dort ein Konzert zu besuchen. Strömender Regen behinderte die Fahrt, aber wir kamen pünktlich an. Das Konzert war ein Traum!!! Begeistert und erfüllt von dem musikalischen Genuss fuhren wir los und mussten tanken.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam mein Mann zurück. Eine englische Familie hatte die Tankstelle quasi leer gekauft, er musste endlos warten. Zum Glück!! Als wir bald danach auf die Autobahn zurückkehrten, sahen wir auf der anderen Fahrbahn ein gedrehtes Auto an der Leitplanke und kurz danach einen Hinweis auf unserer Fahrbahn: „Achtung, Tiere auf der Autobahn“. Wir bremsten runter und standen … nur sechs Fahrzeuge vor uns blockierte eine Reihe von Absperrfahrzeugen die Straße.

In den nächsten drei (!!) Stunden sahen wir Rettungs- und Polizeifahrzeuge an uns vorbeifahren, einen Sattelschlepper, weitere Hilfsfahrzeuge. Aus dem Polizeiticker erfuhren wir, dass 12 Pferde auf der Autobahn herumliefen. Als wir wieder fahren durften, war es 2.30 Uhr.

In London war der Tunnel unter der Themse gesperrt, eine Fähre fuhr nicht, eine Brücke war zu weit entfernt (London ist RIESIG!!!), eine Umleitung brachte uns schließlich zu einem uralten Tunnel. Der Frosch mit der Maske schien hier sein Unwesen zu treiben. „Noch einen Wunsch, Mylady?“, glaubte ich kinskigleich aus dem Dunkel zu hören. „Ja“, dachte ich, „ein Bett“. Also Augen zu und durch den alten Tunnel, hin zum Hotel und ab ins Bett gegen 3.30 Uhr.

Der nächste Morgen an unserem Abreisetag brachte bleierne Müdigkeit, weitere ungeplante Details, beinah einen verspäteten Abflug wegen Unwettern über Deutschland – und dann doch noch eine pünktliche Ankunft in Berlin.

Ein Horrortrip? Keinesfalls! Es war eine wundervolle Reise! Es war eine der intensivsten und lebendigsten Erfahrungen unserer gemeinsamen 31 Jahre. Wir waren kaum gereizt, haben uns nicht einmal gestritten, waren überwiegend ganz entspannt (Und das ist nicht immer so .. wir sind beide recht explosiv 😉)

Ich fragte meinen Mann, wie es dazu kam, dass er nicht einmal wütend wurde. Normalerweise ärgert es ihn ziemlich, wenn etwas anders läuft, als geplant. Er sagte mir, dass er sich entschieden habe, sich nicht zu ärgern, weil er mir die Reise nicht vermiesen wollte. Sie war schließlich sein Weihnachtsgeschenk.

Ich war fasziniert: Von meinem Mann und der Wirkungsweise seiner Entscheidung. Klar, ich lehre selbst in meinen Kursen, dass wir immer eine Wahl haben, uns für oder gegen die Art und Weise zu entscheiden, wie wir Situationen beurteilen. Die Worte Dr. Wayne Dyers sind mir ein Mantra: „Unsere Lebensumstände können wir oft nicht beeinflussen, wie wir auf sie reagieren, schon.“

Es ist extrem beeindruckend, die positive Wirkung seiner Worte direkt zu erleben. Wir hatten uns vorgenommen, unsere Reise allen Widrigkeiten zum Trotz zu genießen. Das gelang. Und wir entdeckten noch etwas anderes, sehr Faszinierendes: Klappt nicht alles, wie geplant, ist man gezwungen, im gegenwärtigen Moment zu sein.

Die Straße ist gesperrt? Ok, versuchen wir es links herum. Die Autopanne verhindert die Zuwendung hin zum gewohnten Gesprächspartner? Dann hören wir doch mal jemand anderem zu und sind angeregt von dessen interessanten Gedanken …

Ich bin überrascht, wie gut es uns getan hat, alle Erwartungen, wie die Reise sein sollte, loszulassen. Ärger kam nicht auf, weil wir genießen wollten, was kam. Rückblickend stellten wir auch fest, dass alles Wesentliche stattgefunden hat. Das war ein großer Beitrag zum inneren Frieden, dem in unserer Beziehung und führte im Umgang mit anderen zu Gelassenheit.

Ich denke, wir erlebten DEN Schlüssel für ein friedfertiges Miteinander: Erwartungen loslassen, annehmen, was kommt und das Beste aus allem machen. Mr. Spock würde sagen: „Faszinierend!“

Move Your Life!

 

Foto: Denis.Vostrokov/Shutterstock.com

 

 

 

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